Kleine Zeichenkunde für Autoren

Die deutsche Rechtschreibung besitzt bekanntlich reichlich Fallen, in denen man sich auch als erfahrener Autor verheddern kann. Ganz ähnlich sieht es mit den Satzzeichen aus, nur dass hier noch weniger Menschen eine Ahnung haben. Selbst gestandene Journalisten haben so ihre Probleme, wenn es um dieses Thema geht. Das ist nicht schlimm, aber behebbar. Hier die beiden häufigsten Fehler, und wie man es richtig macht.

1. Das „Zollzeichen“ ist kein „Anführungszeichen“

Wer wie ich noch auf der mechanischen Schreibmaschine gelernt hat, hatte das Problem mangels Alternative nicht, aber im Zeitalter des Computers gibt es keine Ausrede mehr: Das Zeichen über der 2 ist *kein* Anführungs-, sondern ein Zollzeichen.

Im Deutschen sehen Anführungszeichen so aus: „Anführungszeichen“. Als Merkhilfe dienen die Zahlen 99 und 66.

Zitate in Zitaten werden auch nicht mit dem Minutenzeichen über dem # (‚), sondern mit einfachen ‚Anführungszeichen‘ unten und oben gemacht. Als Merkhilfe dienen die Zahlen 9 und 6.

Die entsprechenden Tastenkombinationen auf dem Mac sind:

„ Anführungszeichen unten: alt + ^
“ Anführungszeichen oben: alt + shift + ^
‚ einfaches Anführungszeichen unten: alt + s
‘ einfaches Anführungszeichen oben: alt + #

Und dann gibt es noch das ’-Apostroph: alt + shift + #

 

2. Der Bindestrich ist kein Gedankenstrich

In der Typografie gibt es mehrere horizontale Striche. Im Deutschen die zentrale Rolle spielen der Binde- oder Trennstrich und der Gedankenstrich. Und hier gibt es auch die größte Verwirrung, denn statt des Gedanken- wird oft einfach der Bindestrich verwendet.

Binde- bzw. Trennstrich setzt man bei der Zeilentrennung oder beim Koppeln von Wörtern ein. Der Gute-Laune-Tipp wird mit dem normalen Bindestrich verbunden.

Oft werden Nebensätze mit Strichen statt mit Kommata abgetrennt (was auch immer man stilistisch davon halten mag): Der gramatikalisch sichere Autor – sofern man überhaupt davon sprechen kann – ist mehr und mehr zur Ausnahme geworden. In diesem Fall verwendet man den Gedankenstrich (Tastenkombi auf dem Mac: alt + Bindestrich) – der deutlich länger ist als der ordinäre Trennstrich (jedenfalls in den allermeisten Schriftarten).

Weitere Anwendungen des Gedankenstrichs:

Als bis-Strich ohne Leerzeichen: 9–17 Uhr, Wes Montgomery (1923–1967)

Als Streckenbezeichnung ohne Leerzeichen: Hamburg–Köln

Als Auslassungstrich: 99,– Euro